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Warum habe ich diesen Test gemacht?

Meine Freundin Carina leidet ganz stark unter kalten Füßen und kalten Händen. Speziell bei Sportarten wie Skifahren, Eislaufen oder einfach nur Spazieren gehen friert sie derartig stark, dass wir uns oft nur mühsam von Skihütte zu Skihütte bzw. von Café zu Café schleppen, damit sie sich dort aufwärmen kann. Vor zwei Jahren habe ich ihr deshalb zu Weihnachten die ersten beheizbaren Schuhsohlen geschenkt, und sie hat sich darüber riesig gefreut. Laut Versprechen des Herstellers sollte sie nicht mehr frieren, doch es kam völlig anders, und das Ergebnis war enttäuschend. Wir haben deshalb in den letzten Jahren mehrere Heizsohlen gekauft und im Einsatz gehabt (wie auch beheizbare Handschuhe), und ich möchte auf diesem Weg allen anderen, die unter den gleichen Problemen wie meine Freundin leiden, mit diesem Testbericht weiterhelfen. Bei Rückfragen stehe ich Euch natürlich gerne zur Verfügung!
Liebe Grüße Markus

 

 

Was sind beheizbare Sohlen?
Beheizbare Sohlen werden entweder durch chemische Reaktionen, Batterien oder wieder aufladbare Akkus betrieben. Durch das Heizsystem werden die Sohlen erwärmt und sind vor allem für kalte Tage im Freien mehr oder weniger geeignet. Ich habe diesen Test auf beheizbare Sohlen mit eingebauten aufladbaren Akkus eingeschränkt. Da meine Freundin permanent unter kalten Füßen leidet, sind Einwegsohlen mit einer chemischen Reaktion völlig unwirtschaftlich und können dazu auch nicht temperaturmäßig eingestellt werden. Das trifft auch auf Sohlen mit Batterien zu, die man immer wieder ständig neu kaufen muss.

Weiters wurden in den Test keine Heizsohlen mit Batterien miteinbezogen, die NICHT in die Sohlen eingebaut sind. Bei diesen Modellen hängen die Akkus an der Wade und sind absolut störend und auch noch hässlich. Weiters fühlt man sich bei einer derartigen Verkabelung durch den Schuh bis an die Wade zurückversetzt ins letzte Jahrtausend. Ich glaube, diese Hersteller haben den Miniatisierungsprozess, wie es zum Beispiel bei Mobiltelefonen in den letzten 20 Jahren passiert ist, verschlafen. Solche Sohlen hat meine Freundin zwar auch gehabt, aber neben den eben erwähnten Kritikpunkten war auch die gesamte Handhabung viel zu kompliziert.

 

 

Was waren die entscheidenden Kriterien?
Heizsohlen erfüllen ihren Zweck nur dann, wenn sie genau das machen, wofür ihr Name steht: nämlich heizen! Dieses Heizen muss zum Ziel haben, dass man am Fuß nicht mehr friert. Bei Kälte beginnt man von der Zehenspitze in Richtung Ferse zu frieren. Daher ist es sehr entscheidend, wo einerseits die Heizung ansetzt bzw. wie nahe sie bei den Zehenspitzen ist, andererseits, wie groß die beheizte Fläche überhaupt ist.

Es gibt Heizsohlen die haben nur einen einzelnen Heizpunkt, der brennheiß ist und ausstrahlen soll. Hierbei ist aber das größte Problem, dass dieser Heizpunkt viel zu warm ist und die Hitze an dieser Stelle unangenehm bzw. sogar unerträglich ist. Meine Freundin hat derartige Sohlen einmal sogar mitten auf der Skipiste aus ihren Schischuhen gerissen, weil diese punktuelle Hitze ihr eine Verbrennung zugefügt hat.

Bild1

Als Laie erkennt man eigentlich sehr einfach, welche Sohlen größere und kleinere Heizelemente haben, nämlich an den verfügbaren Größenmodellen: Je mehr Größenmodelle ein Hersteller anbietet, umso individueller sind die Heizelemente an die jeweilige Größe angepasst. Bietet also ein Hersteller eine einzige Größe für die Schuhnummer 36-45 an, dann ist es logisch, dass das Heizelement sich an der kleinsten Größe, in diesem Fall Größe 36, orientiert und damit sehr klein ausfällt. Hat nun jemand Schuhgröße 45 und kauft diese Sohlen, dann werden ihm von der Zehenspitze bis zum Heizelement ca. 7 cm fehlen, wo sich keine Heizung befindet. Denn dieser Bereich kann zugeschnitten werden und deswegen weist er auch kein Heizelement auf.

In unserem Test haben wir die Heizelemente sogar ausgemessen, man erkennt meistens an der Unterseite der Sohlen sehr gut, wo das Heizelement liegt und wie groß es ist. Hier gibt es beträchtliche Unterschiede zwischen den einzelnen Herstellern, die aber sehr qualitätsentscheidend sind. Denn kleinere Heizelemente werden sehr heiß eingestellt, größere Heizelemente mit deutlich geringerer Wärme. Dies führt zu dem oben bereits erwähnten Problem, dass bei kleineren Heizelementen der Fuß punktuell erhitzt wird und es sogar brennheiß werden kann.

Infrarot Messgerät

Eine Messung der Temperatur im Schuh selbst war meiner Freundin und mir nicht möglich, wir konnten nur die Oberflächentemperatur der einzelnen Sohlen bei Raumtemperatur messen. Eines haben wir aber sehr wohl herausgefunden, nämlich, dass die Heiztemperatur im Schuh nahe an der idealen Körpertemperatur von 36°C bis 37°C sein muss und unter keinen Umständen deutlich darüber liegen darf. Bei einem Modell haben wir sogar 56°C Oberflächentemperatur gemessen, das ist bei weitem zu viel.

Neben der Abgabe der richtigen Wärme ist noch ein weiterer Punkt sehr entscheidend für die Verwendung von Heizsohlen, nämlich, dass diese in die Schuhe passen. Flächenmäßig ist dies bei keinen Sohlen ein Problem gewesen, da man all diese zuschneiden und dadurch individuell anpassen konnte. Aber die Aufbauhöhe der Sohlen ist sehr unterschiedlich und führt bei etlichen Modellen dazu, dass diese definitiv nicht mehr in Winterschuhe oder Straßenschuhe passen. Die Werte für die Sohlenstärke schwanken je nach Hersteller zwischen 3 und 8 mm an der Zehenspitze und 10 bis 16mm an der Ferse. Hier gilt ganz klar: je flacher die Sohle, umso besser!

Abschließend sei noch darauf hingewiesen, dass manche Sohlen eine klare und eindeutige CE Kennzeichnung aufweisen, manche diese Kennzeichen nur noch an der Verpackung haben und andere überhaupt kein CE Kennzeichen mehr anführen. Es ist daher sehr fraglich, ob diese Sohlen überhaupt den europäischen Normen entsprechen und verkauft werden dürfen.